Um die Zweiklassenmedizin zu stoppen muss die Trennung zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung aufgehoben werden. Das forderte heute der Präsident des Sozialverbandes Deutschland (SoVD), Adolf Bauer. Während der Chef des Sozialverbandes die Einführung einer solidarischen Bürgerversicherung unterstützte, kritisierte der Präsident der Bundesärztekammer (BAK) Frank Ulrich Montgomery eine Einheitsversicherung als „Turbozündung für die Zweiklassenmedizin“. Wer es sich leisten könne, werde neben der Bürgerversicherung Zusatzversicherungen abschließen.
Die zunehmende Abwanderung privat Krankenversicherter in die gesetzliche Krankenversicherung legt nach Ansicht von SoVD-Chef Bauer eine zentrale Schwachstelle des deutschen Gesundheitssystems offen. Das Nebeneinander von privater und gesetzlicher Krankenversicherung sei kostspielig und ineffizient.
So könnten drastische Prämienanstiege im Alter und fehlende Instrumente zur Preissteuerung der medizinischen Leistungen durchaus zu schwerwiegenden Nachteilen gerade für die privat Versicherten führen. Zudem verursache die Spaltung des Krankenversicherungssystems wachsende Belastungen in der gesetzlichen Krankenversicherung. Hier müssten die Bezieher kleiner und mittlerer Einkommen für mittlere und große Krankheitsrisiken einstehen. Diese Ungerechtigkeit spiegele sich nicht zuletzt auch in der Praxisgebühr wider.
jos


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