Dienstag, 17. Januar 2012

Muhammad Ali: Held - nicht als Parkinson-Kranker
Kämpfer gegen Rassismus und Kriegsirrsinn wird 70

Óffizielle Internetseite zum 70. Geburtstag von Muhammad Ali
Müssen wir als Blog für chronisch kranke Menschen den 70. Geburtstag eines bekannten Boxers feiern - weil er schwer von der Parkinson-Krankheit gezeichnet ist? Nein. Muhammad Ali, der heute 70 Jahre alt wird, ist für mich kein "Hero", weil er an derselben Krankheit leidet wie Millionen anderer Menschen weltweit auch. Zu einer Art Held wurde er für mich persönlich, weil er immer wieder mutig für Menschenrechte, gegen Rassismus und Kriegsirrsinn eintrat und weiter eintritt. Und: Sein Parkinson ist möglicherweise Anlass, auf weniger bekannte Varianten der Krankheit hinzuweisen.

Es sprach lange durchaus einiges davon, dass Alis Parkinson etwas mit den rund 3.000 Treffern zu tun haben könnte, die tonnenschwer seinen Kopf immer wieder trafen. Mittlerweile gehen Experten aber davon aus, dass Muhammad Ali nicht an der "Dementia Pugilistica", auch als " faustkämpferisches Parkinson-Syndrom" oder "Boxer-Enzephalopathie" leidet. Dagegen spricht unter anderem, dass der Boxer nicht an einer altersuntypischen Demenz (wenn überhaupt) erkrankt ist.

Muhammad Ali im Jahr 2004
Tatsächlich steht Ali also als bekanntes Beispiel für die möglichen Folgen des ganz "normalen", "typischen" Morbus Parkinson. Das ausgerechnet er als früherer Profi-Boxer, der sich in gesunden Tagen eher als Ikone der Stärke  produzierte (und eines gewissen Größenwahnsinns, der aber immer auch irgendwie augenzwinkernd daher kam), seine Schwäche heute mit Würde und unverstellt öffentlich macht, nötigt ihm Respekt ab.

Zum Hero, zum Helden, zum Vorbild wurde er - zumindest für mich - aber nicht, weil er besser als andere Leute bewusstlos schlagen konnte oder seinen Parkinson offen und ehrlich lebt. Sein historisches Verdienst ist es, immer wieder unbeugsam gegen Unrecht, gegen Rassismus und gegen den Krieg - und für die Verständigung zwischen den Religionen gekämpft zu haben und weiter zu kämpfen. In diesen Disziplinen wurde er nicht Weltmeister. Aber er hat viel erreicht.

Er wurde seit Kindheitstagen Opfer von Rassisten - und machte auf seine Art vielen US-Amerikanern die Unmenschlichkeit dieser herrschenden Ideologie deutlich: Er warf seine olympische Goldmedaille in den Ohio River. Eine Protestaktion, die Aufsehen erregte.

Zum angeblichen "Großmaul" wurde Ali, damals noch Cassius Clay, als er feststellte, dass dass ein Show- Wrestler namens Gorgeous (Großmaul) George für größeres Aufsehen bei Presse und Zuschauern sorgte als ein bescheiden auftretender Nachwuchsboxer wie er. Daraufhin begann er, den Stil von George zu kopieren und der Presse von nun an immer neues Material in Form von Spottreimen über seine Gegner zu liefern. Dabei entwickelte er durchaus lyrisches Format, zum Beispiel bei der Eigencharakerisierung seines Kampfstils: Float like a butterfly, sting like a bee (Schweben wie ein Schmetterling, zustechen wie eine Biene).

Heute noch wird Muhammad Ali als "Großmaul" beschimpft und verunglimpft: Erst heute machte sich - ausgerechnet in einem Parkinson-Forum - ein wegen seiner menschenverachtenden Äußerungen bekannter Parkinsonkranker über den, so wörtlich, "nervigen Zeitgenossen Clay" lustig, der "nicht umsonst den Spitznamen Großmaul" gehabt habe.

   Parkinson-Forum verumglimpft Ali wegen Kriegsdienstverweigerung  


Mochten die Verantwortlichen des PAoL-Forums ("Parkinson vereint") diese dumme Äußerung des berühmt-berüchtigten Robert K. noch ignoriert haben, weil diese IOgnoranz für die K.schen Verhältnisse noch eher harmlos ist, so wird es mehr als peinlich, wenn die Administratoren, die sonst rasch dabei sind mit Löschungen und Sperrungen unbequemer Kranker und Angehöriger die Zivilcourage Muhammad Alis als Kriegsdienstverweigerer als "Zynismus" verunglimpft.

Zur Erinnerung: Muhammad Ali hatte in den 1960er Jahren den Kriegsdienst verweigert und wurde mit einer Gefängnisstrafe auf Bewährung und dem Entzug seiner Boxlizenz sowie einem Kampfverbot für die USA bestraft. Seine Begründung: "No, I will not go. Warum soll ich Bomben auf Unschuldige werfen?".




jos

3 Kommentare:

  1. C, F, IngenemeyJan 29, 2012 09:19 AM

    Lieber nobs!

    Nein, nicht gesamte Forum liess die zynischen
    Anmerkungen des Mitgliedes Robert unberührt. Du
    musst einmal lesen, was alles zu den kritischen Anmerkungen Robert K.'s im Forum Speakers Corner
    gesagt wird.

    MfG Kalle

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  2. Lieber Kalle,

    das, was du anmerkst, ist gottlob absolut richtig.

    Nicht nur Kalle antwortete angemessen auf die - mit Verlaub und fast verharmlosend gesagt - dümmlichen Verunglimpfungen des Kriegsdienstverweigerers und Kriegsgegners Muhammad Ali durch den notorischen Pöbler Robert K.. Auch andere User des Parkinson-Forums ließen die Äußerungen K.'s nicht so stehen und vertraten eine eigene Meinung.

    Als problematisch empfinde ich allerdings, dass unter anderem eine Adminstratorin des PAoL-Forums und der 2. Vorsitzenden des PAoL-Vereins, Wolfgang Bornemann, die Standhaftigkeit und Beharrlichkeit ihres ihnen offensichtlich lästigen Mitglieds Kalle zum Anlass nehmen, wieder einmal munter zu mobben und zu beleidigen und natürlich das unerträgliche Verhalten ihres Mitglieds Robert K. mit keinem Wort kritisch würdigen.

    Norbert Jos Maas

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  3. Lieber Nobs!

    Genau wie in Deinem Fall bin ich nicht so leicht
    zu mobben,aber ich finde es auch problematisch,
    dass von Vorstandsseite nichts getan wurde, um
    die Ehre des Kriegsdientsverweigerers Muhanned Alis
    zu verteidigen.

    MfG Kalle

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