Montag, 9. Januar 2012
Ex-Gesundheitsminister Dr. med Röslers Schwenk
Vom Leitbild des gesunden Menschen
zum "mündigen Bürger" mit Sargnagel
Werbung für Tabak ist in Zeitungen, Zeitschriften, Radio, Fernsehen und Internet bereits grundsätzlich verboten.
Der bis vor Kurzem noch Gesundheitsverantwortliche in der Merkel-Regierung besann sich offenbar auf das geflügelte Wort des ersten Bundeskanzlers Konrad Adenauer, der schlitzohrig meine, was ihn denn bitteschön sein Geschwätz von gestern angehe.
Rösler weiss, was von einem deutschen Wirtschaftsminister erwartet wird: Er bedient brav die Lobby der Tabakindustrie.
In der Stellungnahme des Bundeswirtschaftsministeriums zu der Forderung Aigners nach Ausweitung des Werbeverbots lässt der frühere Gesundheitsminister ausrichten, die bestehenden Regulierungen reichten aus, "um dem Verbraucher- und Gesundheitsschutz angemessen Rechnung zu tragen". Leitbild Röslers ist neuerdings nicht mehr der gesunde Bürger, sondern, so wörtlich "der mündige Verbraucher". Diesem Leitbild stehen nach Meinung Röslers "immer neue Werbebeschränkungen entgegen."
In der Zeitung "Sonntag Aktuell" warf Dr. Martina Pötschke-Langer vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg Rösler vor, sich von der Tabakbranche instrumentalisieren zu lassen. "Der Einfluss der Industrie auf das Wirtschaftsministerium scheint mir sehr offensichtlich zu sein", sagte sie. Röslers Parteikollegin, die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, unterstützt den Vorstoß zur Ausweitung des Tabakwerbeverbots.
jos
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